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G 12.024 CoverNicola Fiorenza (ca. 1700–1764)
Concerto f-Moll
(Partitur und Stimmen)

für Altblockflöte, Solo-Violine, Streicher und B.c.
Herausgegeben von Valentina Bellanova und Ulrich Thieme
Rekonstruktion der Solo-Violine von Franz Müller-Busch
Generalbassaussetzung von Eckhart Kuper

Girolamo G 12.026, Partitur und 6 Stimmen, € 29,00
ISMN 979-0-50084-045-9

Beispielseite PartiturBeispielseite Blockflöte

G 12.024 G 12.027




 

Vorwort

Über Leben und Werk des Komponisten und Geigers Nicola (auch Nicolò) Fiorenza ist nicht allzu viel bekannt. Geboren um 1700, wirkte er in Neapel, wo er auch 1764 starb. Als Geiger spielte er in der königlichen Kapelle, und von 1743 bis 1762 unterrichtete er die Streicher am Konservatorium Santa Maria di Loreto. Dieses bedeutende Musikinstitut wurde u. a. 1689 von Alessandro Scarlatti und 1720 bis 1735 von Francesco Mancini geleitet – um nur zwei weitere Komponisten zu nennen, denen die Blockflöte wertvolle Literatur verdankt.

Etwa dreißig Kompositionen Fiorenzas liegen als Manuskripte in der Bibliothek des Konservatoriums San Pietro a Majella in Neapel vor. Darunter befinden sich Triosonaten für zwei Violinen und Bass, 15 Konzerte für verschiedene Kombinationen von Instrumenten und neun Sinfonien. Vier Konzerte, datiert zwischen 1726 und 1728, sind für Flauto (nach damaligem Sprachgebrauch also Blockflöte) und Streicher bestimmt. Bei aller stilistischen Nähe zu den Flötenkonzerten Alessandro Scarlattis weisen sie doch auch eigene Züge auf: eine geradezu venezianisch strömende Kantabilität in den langsamen Sätzen und eine Neigung zu rhythmisch sehr konturierten, oftmals fast bizarren Figuren in den schnellen.

In den meisten neapolitanischen Flötenkonzerten, wie wir sie von A. Scarlatti, Mancini oder Barbella kennen, wird die Flöte nur von zwei Violinen und Bass begleitet. In seinem hier erstmals veröffentlichten Konzert in f-Moll fügt Fiorenza noch eine solistisch geführte Violine und eine Violetta hinzu. Die Bezeichnung Violetta, die auch bei Castello, Schütz u. a. erscheint, wurde für eine Gambe mittlerer Größe, vor allem jedoch für die Bratsche verwendet und meinte im weiteren Sinne jedes Streichinstrument, das die Mittelstimme übernehmen konnte. Das belegen auch deutsche Quellen aus Fiorenzas Zeit (Mattheson 1713, Walther 1732).

Der erste Satz verblüfft durch abrupte Wechsel von pathetischer Streichermotivik und virtuoser Spielfiguration der Soloflöte, die auch die schnellen Sätze dominiert. Sein ruhiger Mittelteil zeigt, wie dann auch der dritte Satz, ausdrucksstarke melodische Linien des Soloinstruments. Es ist nicht zuletzt die Wahl der expressiven, spieltechnisch durchaus auch oft "unbequemen" Tonarten, die den Charakter dieses Konzerts prägt.

Weil in den Sätzen 2–4 die Stimme der Solovioline fehlt bzw. nicht erhalten ist, war deren Rekonstruktion bzw. Neukomposition erforderlich. Sie erfolgte in weiten Teilen durch Verwendung melodischen Materials, das bereits in den Stimmen von Soloflöte und Violine I erscheint. Einiges aber musste, insbesondere im zweiten Satz, ohne Rückgriff auf Vorhandenes neu komponiert werden. Weitere Hinweise zur Editionsweise finden sich im Revisionsbericht.

Florenz und Hannover, im September 2011, Valentina Bellanova und Ulrich Thieme

 

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