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G 11.015 CoverJohn Weldon (1676–1736)
Two Songs upon a Ground
Peace, babbling Muse! / In vain we say

für Sopran, 2 Altblockflöten und Basso continuo
Herausgegeben von Peter Thalheimer

Girolamo G 11.016, Partitur und 4 Stimmen, € 26,00
ISMN 979-0-50084-083-1

Beispielseite Partitur

Beispielseite Sopranstimme

G 11.015 G 12.001



 

Vorwort

John Weldon (1676–1736) wurde in Eton von dem Organisten John Walton ausgebildet. Von 1693 an war er Schüler von Henry Purcell und wurde schon 1694 zum Organisten des New College in Oxford ernannt. In einem Kompositionswettbewerb gewann er 1700 den ersten Preis für die beste Vertonung der Masque "The Judgment of Paris" und übertraf damit seine Konkurrenten Daniel Purcell, Gottfried Finger und John Eccles. Das Werk wurde 1701 mit großem Erfolg im Dorset Gardens Theatre in London aufgeführt. 1708 wurde Weldon Nachfolger von John Blow als Organist an der Chapel Royal, 1714 Organist an St. Martin-in-the-Fields. Von seinen Kompositionen sind Anthems, Oden, geistliche und weltliche Lieder, Songs für Schauspiele und einige Instrumentalkompositionen erhalten.

Die beiden hier vorgelegten Songs sind einem Partiturdruck entnommen, der folgenden Titel trägt:

Mr. | Weldons | Third Book of | SONGS |
Begining with single SONGS |
Perform'd at the Consorts in |
York Buildings and at ye Theatres |
as also Symphony Songs | for Violins and Flutes |
never before Publish'd | Carefully Corrected |
by ye Author | London (...) I: Walsh [1703]

Exemplar der British Library London, Signatur G 301 a (RISM A/I/9 W 633).

Die beiden Songs stehen in der Tradition der englischen Ground-Kompositionen. Ihnen liegen Bassmelodien zugrunde, die mehrfach und in verschiedenen Lagen wiederkehren. Der Text des Songs "Peace, babbling Muse!" stammt von dem englischen Dichter und Politiker Edmund Waller (1606–1687), der Verfasser von "In vain we say" ist nicht bekannt. Stilistisch sind die Songs von Weldons Lehrer Henry Purcell beeinflusst.

Wie die Anmerkung Sung by Mrs Linsey belegt, ist die Partie der Singstimme für eine Frauenstimme bestimmt. Die Blockflötenstimmen sind mit First Flute und Second Flute bezeichnet. Zum Ground Bass gibt es keine Besetzungsangaben. In "Peace, babbling Muse!" ist der Bass in den Takten 114–117 in eine bewegte obere Stimme und eine aus größeren Notenwerten bestehende untere Stimme aufgeteilt. Bei einer Ausführung des Generalbasses mit Cembalo und Bassinstrument (z.B. Viola da Gamba oder Violoncello) sollte das Bassinstrument aus klanglichen Gründen die untere Stimme übernehmen, während bei einer Ausführung mit Orgel das Bassinstrument ebensogut die obere Stimme spielen kann. Ist kein zusätzliches Bassinstrument vorhanden, muss das Tasteninstrument beide Bassstimmen übernehmen.

Der Werktext wird in heutiger Orthographie wiedergegeben. Ergänzte Legatobögen erscheinen in der Partitur als durchbrochene Linien. Die Generalbassaussetzung ist ein Vorschlag des Herausgebers, der improvisatorisch modifiziert werden kann.

Ilshofen, im April 2020, Peter Thalheimer

 

Peace, babbling Muse!

Peace, babbling Muse!
I dare not sing what you indite.
Her eyes refuse
to read the passion which they write.
She strikes my lute, but, if it sound,
threatens to hurl it on the ground.
And I no less her anger dread,
than the poor wretch that feigns him dead,
while some fierce lion does embrace
his breathless corpse, and licks his face.
Wrapp'd up in silent fear he lies,
torn all in pieces if he cries.
Edmund Waller

In vain we say

In vain we say that love's the best
of all our human joyes,
if not obtain'd it breaks our rest,
if once possessed it cloys.
Pitty, pitty ye gods,
pitty, pitty mankind,
whose pleasures are so vain,
that what they think their greatest bliss,
proves but their greater pain.

 

Ruhe, geschwätzige Muse!
Ich wage nicht zu singen, was du komponierst.
Ihre Augen weigern sich,
die Leidenschaft zu lesen, die sie schreiben.
Sie schlägt meine Laute, droht aber, sollte sie erklingen,
sie auf den Boden zu schleudern.
Und ich fürchte ihren Zorn nicht weniger
als der Unglückliche, der sich tot stellt,
während ein wilder Löwe
seinen ohnmächtigen Leib umarmt und sein Gesicht ableckt.
Umfangen von stummer Angst liegt er da
und würde in Stücke gerissen, falls er weinte.



Wir bilden uns ein, die Liebe sei die beste
aller menschlichen Freuden,
doch wenn sie nicht erwidert wird, zerstört sie unsere Ruhe,
und besitzen wir sie erst, so sind wir übersatt.
Erbarmen, Erbarmen, ihr Götter,
Erbarmen, Erbarmen, ihr Menschen,
deren Vergnügungen so eitel sind,
dass das, was sie für ihre größte Glückseligkeit halten,
sich als ihre tiefste Pein erweist.

Übersetzung: Catherine Taylor

 

 

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